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Kursprogramm

Der Kurs zur frühen Sprachförderung in Kindertagesstätten ist bewusst kompakt und praxisnah gestaltet. Er umfasst zwei volle Kurstage mit jeweils acht Stunden Unterricht, sodass die Teilnehmenden insgesamt auf 14 Stunden Weiterbildung kommen. Die Kursstruktur folgt dem Prinzip: Wissen erwerben, anwenden und reflektieren. Am ersten Tag erarbeiten die Teilnehmenden theoretische Grundlagen und setzen sich mit zentralen Fragen der Sprachentwicklung auseinander. Am zweiten Tag liegt der Fokus auf der praktischen Umsetzung: Beobachtungen werden vertieft, Sprachstanderfassungen geübt, konkrete Angebote entwickelt und Methoden für die alltagsintegrierte Sprachförderung ausprobiert. So entsteht ein ausgewogenes Verhältnis von Theorie und Praxis, das die Nachhaltigkeit des Gelernten sicherstellt.

1

Tag

Grundlagen der Sprachentwicklung und Sprachförderung
 

  • Einführung in die zentralen theoretischen Grundlagen der Sprachentwicklung

  • Vorstellung des Sprachbaums: sieben Entwicklungsstufen der Sprache vom Lallen bis zum komplexen Satzbau

  • Betrachtung der vier Sprachebenen: phonologisch, semantisch, morphologisch-syntaktisch, pragmatisch

  • Sensible Wahrnehmung von Sprachstörungen und der Umgang mit Förderbedarf

  • Bedeutung frühzeitiger Sprachförderung, Chancen für Kinder und Unterschiede zwischen früh- und spätgeförderten Kindern

  • Mehrsprachigkeit als wertvolle Ressource: Strategien, um qualitativ hochwertige Sprachgelegenheiten zu schaffen

  • Einführung in das EIS-Modell nach Jerome Bruner: Wissen auf der handelnden, bildhaften und sprachlich-symbolischen Ebene vermitteln

  • Reflexion der eigenen Rolle als Sprachvorbild, Motivation und Förderung von Neugier und Freude am Spracherwerb
     

Die Aufzählungen zeigen die zentralen Inhalte, die an diesem Tag vermittelt werden. Sie bilden die Grundlage für die bewusste Gestaltung von Sprachförderung und die pädagogische Haltung der Fachpersonen.

Tag

2

Von der Beobachtung zur praktischen Umsetzung

  • Methoden der Sprachstanderfassung: Kinder systematisch beobachten, den Entwicklungsstand erkennen und dokumentieren

  • Definition von Förderschwerpunkten: Angebote passgenau auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder abstimmen

  • Balance zwischen Über- und Unterforderung berücksichtigen: Aktivitäten so gestalten, dass Kinder gefordert, aber nicht überfordert werden

  • Praxisübungen mit Fallbeispielen: Konkrete Sprachförderangebote planen, ausprobieren und reflektieren, um sie gezielt in den Kita-Alltag zu integrieren.

  • Alltagsintegrierte Sprachförderung​: Sprachförderung in Routinen einbetten, z. B. beim Freispiel, bei Mahlzeiten, im Morgenkreis oder bei Problemlösungssituationen.

  • Rolle der Fachperson als Sprachvorbild:

  • Reflexion der eigenen Praxis und Planung der Umsetzung im Team
     

Diese Inhalte verdeutlichen, wie Sprachförderung im Kita-Alltag umgesetzt werden kann. Die Teilnehmenden üben, Angebote so zu gestalten, dass sie den Entwicklungsstand der Kinder berücksichtigen, einen Alltagsbezug haben und Freude am Lernen fördern.

Lernziele des Kurses

Am Ende der zwei Kurstagen verfügen die Fachpersonen über ein umfassendes Repertoire an Methoden und Strategien zur frühen Sprachförderung. Sie:

  • verstehen die Bedeutung und Chancen früher Sprachförderung,

  • können den Sprachstand von Kindern einschätzen und gezielte Angebote entwickeln,

  • gewinnen Sicherheit und Selbstbewusstsein in ihrer Rolle als Sprachvorbilder,

  • kennen die Balance zwischen Über- und Unterforderung,

  • und sind in der Lage, Sprachförderung bewusst, kreativ und alltagsnah in ihren Einrichtungen umzusetzen.
     

Unser Kurs verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit gelebter Praxis. Er soll Fachpersonen nicht nur Wissen vermitteln, sondern sie dazu ermutigen, Sprachförderung als lebendigen, kreativen und bereichernden Teil ihres Alltags zu sehen.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Die Weiterbildung richtet sich in erster Linie an pädagogische Fachpersonen mit einer abgeschlossenen Ausbildung als Fachfrau/Fachmann Betreuung Fachrichtung, Kind (FaBe K). Auch Fachpersonen mit einer gleichwertigen Qualifikation sind herzlich willkommen, sofern sie bereits über Grundkenntnisse in der Sprachentwicklung verfügen. Darüber hinaus sind die Kurse offen für Fachpersonen aus Spielgruppen oder Horten, die ihre Kompetenzen in der Sprachförderung erweitern möchten. Durch diese Vielfalt entsteht eine bereichernde Mischung an Teilnehmenden, die den Austausch und das gemeinsame Lernen besonders wertvoll macht. Für eine gewinnbringende Teilnahme sind Basiskenntnisse in der kindlichen Entwicklung hilfreich, welche die meisten Fachpersonen bereits aus ihrer Grundausbildung mitbringen. Spezifische Vorkenntnisse im Bereich Sprachförderung sind nicht zwingend erforderlich, da der Kurs praxisnah ansetzt und Grundlagen ebenfalls vertieft.

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